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SCHRUMPFENDE STÄDTE INTERNATIONALE UNTERSUCHUNG 17. Februar bis 27. April 2008 im Museum am Ostwall Ostwall 7, 44135 Dortmund Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, So 10 – 17 Uhr Do 10 – 20 Uhr / Sa 12 – 17 Uhr Eröffnung: Sonntag 17. Februar 2008, 11.30 Uhr
SCHRUMPFENDE STÄDTE INTERVENTIONEN 27. Februar bis 11. Mai 2008 in der Liebfrauenkirche König-Heinrich-Platz, 47051 Duisburg-Mitte Öffnungszeiten: Mi – Mo 12 – 19 Uhr / Di 12 – 22 Uhr Eröffnung: Dienstag 26. Februar 2008, 19 Uhr
Seit den 1990er Jahren ist mehr als ein Viertel aller Großstädte auf der Welt geschrumpft, ihre Anzahl nimmt stetig zu. Allein in Ostdeutschland stehen über eine Millionen Wohnungen leer, ähnliche Phänomene sind auch in den USA, Großbritannien, Russland oder Japan zu beobachten. Im Rahmen des Projektes Schrumpfende Städte, ein Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes, haben seit 2002 mehr als 200 Künstler, Architekten, Wissenschaftler und lokale Initiativen Ursachen und Auswirkungen von städtischen Schrumpfungsprozessen untersucht und Vorschläge für Interventionen gemacht. Im Frühjahr 2008 zeigt das Projekt mit der Doppelausstellung Schrumpfende Städte – Regionen neu denken im Ruhrgebiet abschließend ein Resümee seiner 6-jährigen Forschungsarbeit. Hierfür werden erstmals eine Reihe neuer Arbeiten, insbesondere zu den Fallbeispielen Ruhrgebiet und Hakodate (Japan) präsentiert.
Das Ruhrgebiet stemmt seit Jahrzehnten einen massiven Strukturwandel infolge der Deindustrialisierung: Bei anhaltend hoher Arbeitslosigkeit und zunehmender Veralterung der Bevölkerung haben in den letzten Jahren besonders die Innenstädte und die Landkreise in der Peripherie des Ruhrgebiets Bevölkerung verloren. Vor dem Hintergrund einer insgesamt leicht sinkenden Bevölkerung werden einzelne Standorte wachsen, andere hingegen umso mehr verlieren. Damit wird die räumliche Polarisierung zunehmen. Das Ruhrgebiet wird sich in diesen Prozessen neu organisieren, restrukturieren und immer weiter neu erfinden müssen.
Die Ausstellung Schrumpfende Städte – Internationale Analyse im Museum am Ostwall Dortmund zeigt sechs internationale Untersuchungsregionen: Halle / Leipzig, Detroit, Manchester / Liverpool, Ivanovo, Hakodate und das Ruhrgebiet. In den Beiträgen setzen sich Künstler, Architekten, Filmemacher, Fotografen, Journalisten, Kultur- und Sozialwissenschaftler mit der Aneignung von Räumen, mit veränderten Alltagspraktiken, Strategien des Überlebens und neuen Arbeitsformen unter den Bedingungen der Stadtschrumpfung auseinander und üben Kritik an bestehenden Planungskulturen.
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Blick in die Ausstellung "Schrumpfende Städte", Liebfrauenkirche Duisburg, Foto: Museum |
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In der Liebfrauenkirche in Duisburg, die erstmals als Ausstellungsraum genutzt wird, zeigt der zweite Teil der Ausstellung, Schrumpfende Städte – Interventionen, internationale Vorschläge zum Umgang mit Stadtschrumpfungsprozessen: von künstlerischen Interventionen und Self-Empowerment-Projekten über architektonische, landschaftliche, politische und mediale Eingriffe bis zu neuen gesetzlichen Regelungen und utopischen Entwürfen. Eine Reihe von Projekten, die in Duisburg zum ersten Mal gezeigt werden, beschäftigt sich explizit mit dem Ruhrgebiet. Für die Dauer der Ausstellung wird im Foyer der Liebfrauenkirche ein Café eingerichtet.
Begleitend zu den Ausstellungen findet ein umfassendes Veranstaltungsprogramm (Vorträge, Diskussionen, Workshops, Filmvorführungen, Musikveranstaltungen, Stadtführungen etc.) an mehreren Standorten im Ruhrgebiet statt. Nähere Informationen in Kürze unter www.shrinkingcities.com. Die Ausstellungen werden organisiert vom Projektbüro Philipp Oswalt, Berlin. Kurator: Philipp Oswalt; kuratorische Assistenz: Florian Heilmeyer und Christian Hiller; Geschäftsführung: Peter Boragno; Weitere Wissenschaftliche Mitarbeiter: Anne Schmidt, Jan Bovelet mit Niklas Nitzschke und Silke Volkert; Ausstellungsgestaltung im Museum am Ostwall: meyer voggenreiter projekte, Köln, Ausstellungsgestaltung in der Liebfrauenkirche: Sebastian Hauser Architekt, Köln; Ausstellungsgraphik: 1kilo, Basel; Tanja Wesse, Berlin. Flyerillustration: FLAG, Zürich
Die Ausstellungen in Dortmund und Duisburg sind eine Kooperation mit: Landesinitiative StadtBauKultur NRW, Museum am Ostwall, Dortmund, Stiftung Brennender Dornbusch / Liebfrauenkirche, Duisburg, Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg, Stadt Duisburg.
Mit Unterstützung von: Kulturstiftung des Bundes sowie Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West, Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Bertelsmannstiftung, ARGE Duisburg.
Unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Karl Ganser.
Ausstellungsbeiträge im Museum am Ostwall von: CDN: Christopher McNamara, Stan Douglas; D: Michael Baute, Bertelsmannstiftung, Nikolaus Brade, Antje Ehmann, Johannes Ehmann, Harun Farocki, Laura Horelli, Brigitte Kraemer, Konrad Knebel, Projektbüro Philipp Oswalt, Albrecht Schäfer, Andreas Siekmann, Bettina Steinacker, Ingo Vetter, Clemens von Wedemeyer, Annette Weisser, Rochus Wiedemer, Kathrin Wildner, Tobias Zielony; GB: John Davies, Mike Figgis, G.L.A.S. (Glasgow Letters on Architecture & Space), Ken Grant, Dave Haslam, Aidan O’Rourke, Lee Thompson, Tom Wood; NL: Bas Princen; RUS: Sergei Bratkov, Savva Miturich, Sergei Miturich, Elena Samorodova, Vera Samorodova, Sergei Sitar, Boris Spiridonov, Alexander Sverdlov; USA: Robert Andersen, Mitch Cope, DCDC (Dan Pitera, Christopher Lee), John Ganis, Derrick Gilbert, Tyree Guyton, Aurora Harris, Jody Huellmantel, iCUE / Kyong Park, Toni Moceri, Kelly Parker
Ausstellungsbeiträge in der Liebfrauenkirche von: A: fiedler.tornquist arch+urb, Isa Rosenberger; CH: FLAG / Bastien Aubry und Dimitri Broquard; D: Autorenkollektiv / Wolfgang Engler, Stefanie Bremer, Friedrich von Borries, complizen, Jörg Dettmar, Jesko Fezer, Eva Grubbauer, Pia Grubbauer, Dirk Haas, Stephan Lanz, Latz+Partner, Wiebke Löper, Martin Luce, Joost Meuwissen, PE-P, Walter Prigge, Projektbüro Philipp Oswalt, Uwe Rada, Henrik Sander, Christoph Schäfer, Deborah Schamoni, Holger Schmidt, Andreas Schulze Bäing, Boris Sieverts, Springer & Jacobi, O. M. Ungers, Johannes Weisser; DK: Superflex; FIN: Päivi Kataikko; GB: Paul Cotter, FACT / Sean Treadway, Leo Fitzmaurice, Neville Gabie, Gareth Morris, Cedric Price, Heidi Rustgaard, Eike Sindlinger, SMC Will Alsop, Ulrike Steven, Susanne Thomas; NL: AMO / Rem Koolhaas, Crimson Architectural Historians
Das Projekt Schrumpfende Städte Das Projekt Schrumpfende Städte wurde 2002 anlässlich dramatischer Schrumpfungsprozesse in Ostdeutschland von der Kulturstiftung des Bundes initiiert und untersucht seitdem global städtische Schrumpfungsprozesse und deren Gestaltungsmöglichkeiten. Schwerpunkt der Untersuchung sind die Stadtregionen von Detroit (USA), Manchester / Liverpool (Großbritannien), Ivanovo (Russland), Hakodate (Japan), Halle / Leipzig und das Ruhrgebiet (Deutschland). Über 120 Projekte entstanden in Direktbeauftragung, mit Stipendien und im Rahmen zweier internationaler Wettbewerbe. Zur Kommunikation seiner Ergebnisse realisierte Schrumpfende Städte zahlreiche Ausstellungen in Europa, Nordamerika und Asien, u.a. in Tokio, New York, Detroit, Cleveland, Manchester, Liverpool, Sofia, Venedig, Berlin, Halle und Leipzig.
Schrumpfende Städte ist ein Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes in Kooperation mit dem Projektbüro Philipp Oswalt, der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, der Stiftung Bauhaus Dessau und der Zeitschrift archplus.
www.shrinkingcities.com
Zu den Ausstellungen erschienen folgende Publikationen im Hatje Cantz Verlag:
Schrumpfende Städte, Band 1: Internationale Untersuchung Hrsg. Philipp Oswalt, 736 Seiten, über 500 meist farbige Abbildungen Mit Texten von Robert Fishman, Linda Grant, Dave Haslam, Susanne Hauser, Klaus Müller, Klaus Ronneberger, Thomas J. Sugrue, Kevin Ward u.v.a. Fotos von Stan Douglas, John Ganis, Ken Grant, Bas Princen, Tom Wood u.v.a.
Schrumpfende Städte, Band 2: Handlungskonzepte Hrsg. Philipp Oswalt, 896 Seiten, über 400 meist farbige Abbildungen Mit Texten von Ash Amin, Regina Bittner, Jörg Dettmar, Dan Graham, Wolfgang Engler, Robert Fishman, David Harvey, Juan Herreros, Bart Lootsma u.v.a. Projekte von Will Alsop, Ruedi Baur, Florian Beigel, Chaos Computer Club, Crimson, Jeremy Deller, M. J. Ginzburg, Gordon Matta-Clark, muf, Hidetoshi Ohno, OMA, Cedric Price, Andreas Siekmann, Robert Smithson, Superflex, Oswald Mathias Ungers u.v.a.
Atlas der schrumpfenden Städte / Atlas of Shrinking Cities Hrsg. Philipp Oswalt und Tim Rieniets, 160 Seiten mit zahlreichen farbigen Karten und Fotografien, deutsch / englisch, mit rund 30 Weltkarten, 50 Diagrammen, 40 Stadtporträts, 15 lexikalischen Essays und einem Städteregister
(Die Publikationen kosten in der Ausstellung je EUR 22,00, im Buchhandel je EUR 39,80.)
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