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27. Mai – 14. September 2008
Digitale Raumkunst

Karin Sander, Museumsbesucher 1:8, 2008, Installation im Ausstellungsraum, Foto: J. Diemer, (c) VG Bild-Kunst
Karin Sander, Museumsbesucher 1:8, 2008

Ausstellung anlässlich der 31. Duisburger Akzente

Kurator: Dr. Gottlieb Leinz

Digitale Technik bezeichnet die Umwandlung von elektrischen Signalen in Zeichen, die es nur in zwei Zuständen gibt: Signal vorhanden oder kein Signal vorhanden. In diesem mathematisch genauen Binärsystem lassen sich alle Signale zeichenhaft strukturieren und zu einem dreidimensionalen Abbild der Realität speichern. Die Entwicklung des digitalen Systems, das neben den Informatikern und Architekten zunehmend auch von bildenden Künstlern entdeckt wurde, verläuft parallel zur Perfektionierung der Computertechnologie.


Mischa Kuball, Still aus der Dokumentation der Installation „Broca Re: Mix II“, Numbers & Letters, erstmals gezeigt im Museum für Neue Kunst, ZKM Karlsruhe, 2007, © VG Bild-Kunst, 2007
Mischa Kuball, Still aus der Dokumentation der Installation „Broca Re: Mix II“
Selbst traditionell bzw. analog arbeitende Künstler arbeiten heute zunehmend mit digitalen Medien und nutzen die von der Industrie und den Kommunikationsmedien projektierten Techniken (Computeranimation, Digital Music, Interaktive Kunst, Net Vision u.a.). Heute dominiert die digitale Raumkunst mit dem PC als entscheidendem Arbeitsgerät gerade in den klassischen Medien von Film, Fotografie und Videokunst und hat in einer komplexen Erweiterung des Rezeptionsraumes eine eigene mediale Sprache gefunden.


Jaume Plensa, Jerusalem, 2007, Installation im Ausstellungsraum, Manuel Blanco Privatsammlung, Foto: J. Diemer, (c) VEGAP Madrid
Jaume Plensa, Jerusalem, 2007

Die Ausstellung stellt einen Ausschnitt aus dem extrem komplexen Bereich aktueller digitaler Techniken vor. Installationen von Tony Cragg, Marie-Charlotte Hoffmann/ Christof Hartmann, Markus Huemer, Mischa Kuball, Yves Netzhammer, Jaume Plensa, Karin Sander, Pietro Sanguineti und weiteren Künstlern internationaler Herkunft werden dabei im Rückgriff auf die eigene Sammlung gerade als solche grundsätzlich digital erarbeiteten Werke ausgestellt, in denen neben der typischen medialen Sprache (Videofilm, Ton, Fotos, Licht) gleichermaßen skulpturale, selbst figürlich besetzte Elemente zur Anschauung kommen.


Marie-Charlotte Hoffmann und Christof Hartmann, Archive für Genauigkeit und Seele, 2008, Betongüsse, z.T. archiviert in Regalen, digitale Raumprojektion, realisiert in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut IAIS, St. Augustin, Foto und © Künstler
Marie-Charlotte Hoffmann / Christof Hartmann, Archive für Genauigkeit und Seele, 2008

Diese künstlerischen Positionen werden durch Exponate aus dem Bereich der Architektur ergänzt. Neben Planzeichnungen und 3D-Präsentationen werden trendsetzende Modelle von Jacques Herzog & Pierre de Meuron (Allianz-Arena), Norman Foster & Partners (Euro Gate) oder den Architekten Carl Christian Wentzel und Alexandra Hahn (Entwurf für den Landschaftspark Duisburg-Nord) ausgestellt, deren „verflüssigte“ und biomorphe Formen sich allein aus digitalen Daten speichern lassen.


Carl Christian Wentzel und Alexandra Hahn, Cubic27 Hotel Spa Residences, Konzept für private Residenzen und ein Eventhotel im Landschaftspark Duisburg-Nord, 2007, Foto: J. Diemer, (c) Wentzel & Hahn
Wentzel & Hahn, Cubic 27, 2007

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft (ca. 40 Seiten) mit Abbildungen und Kommentaren zu allen ausgestellten Werken.

Mit freundlicher Unterstützung des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen.



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