 |
 |
 |
 |
 |
|
Wilhelm Lehmbruck, Artillerist, 1916, Feder, Tusche über Bleistift, laviert, 18,8 x 12,2 cm, Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg |
 |
|
Kuratorin: Dr. Marion Bornscheuer
Joseph Beuys eröffnete seine Dankesrede anlässlich der Verleihung des „Wilhelm Lehmbruck Preises“ der Stadt Duisburg 1986 mit den Worten, dass das Außergewöhnliche im Werk Wilhelm Lehmbrucks eine Schwellensituation des plastischen Begriffs anrühre. Aus diesem Grund seien Lehmbrucks Skulpturen nicht visuell, sondern nur mit Intuition zu erfassen.
Dieses intuitive, tastende Suchen nach der idealen plastischen Form ist es auch, was vor allem die Zeichnungen von Lehmbruck und Beuys miteinander verbindet. Die Graphiken beider Künstler offenbaren eine sich allmählich wandelnde Auffassung von der Funktion der Zeichnung, die sich vom konkreten plastischen Entwurf hin zur autonomen Ideenskizze entwickelt. Beuys brachte dies 1986 auf den gemeinsamen künstlerischen Nenner, dass es sowohl Lehmbruck als auch ihm darum gegangen sei, in ihrem Werk nicht nur physisches, sondern auch seelisches Material zu ergreifen.
Konsequent erreichen die Zeichnungen beider Künstler in ihrer lockeren, offenen Strichführung oftmals eine verblüffende Ähnlichkeit, die in einigen Fällen sogar Kenner über die Urheberschaft der Blätter zu täuschen vermag. Die Ausstellung, die punktuell durch Plastiken ergänzt wird, führt dies mit rund 100 Exponaten aus dem Wilhelm Lehmbruck Museum und aus dem Museum Schloss Moyland vor Augen.
 |
 |
 |
 |
 |
|
Joseph Beuys, Mädchen, 1951, Bleistift, 12,9 x 10 cm / 25,6 x 19,6 cm, Stiftung Museum Schloss Moyland, Sammlung van der Grinten, Foto: M. Dorren, © VG Bild-Kunst, Bonn 2008. |
|
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Marion Bornscheuer, Christoph Brockhaus und Ron Manheim.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Stiftung Museum Schloss Moyland.